Herkunft und Anbau

Herkunft und Anbau

Nicht nur der Mandelbaum liefert die Frucht, die wir allgemein als “Mandel” bezeichnen. Auch andere Früchte besitzen in ihrem Kern eine Mandel, die im Allgemeinen essbar ist, wie etwa Pflaumen oder Aprikosen. Aprikosenmandeln sind seit einiger Zeit in Reformhäusern, in auf Gesundheit spezialisierten Geschäften und im Internet zu erwerben.

Aprikosenmandeln

Wie auch bei den Kernen des Mandelbaumes gibt es süße und bittere Aprikosenmandeln. Die bitteren stammen meist von den kleineren Wildaprikosen und sind rundlicher in der Form. Um zuerst einmal an den Kern zu gelangen, müssen die Früchte entweder mit einem Messer halbiert werden oder man lässt die Früchte trocknen. Ab einem bestimmten Trocknungsgrad lassen sich die Kerne herausdrücken. Diese Kerne müssen nun zuerst ebenfalls getrocknet werden, ehe sie geknackt werden können. Wichtig auch im industriellen Anbau ist, dass die Mandeln möglichst handverlesen werden, um hartschalige Bruchstücke des Kerns auszusortieren.
Traditionell werden Aprikosenkerne zur Herstellung von Persipan, einer marzipanähnlichen Masse, verwendet. Als Nahrungsmittel in geringen Mengen sollte sich der Verbraucher aber in erster Linie Mandeln aus dem Bio Anbau wählen. Kontrolliert biologisch angebaute Mandeln werden dort gewonnen, wo auch Aprikosen biologisch angebaut werden.

Geschichte und Anbau

Bereits alte chinesische Quellen erwähnen bittere Aprikosenmandeln und Aprikosenkernöl. Den im pakistanischen Hunzatal lebenden Bergbewohnern sagt man nach, dass sie auch durch den Genuss von Aprikosen, Kernölen und Kernen das Hunzatalihre sagenhafte Langlebigkeit erreichen würden. Auf jeden Fall gehören in diesem alten Aprikosen-Anbaugebiet sowohl die Früchte, wie auch die Mandeln, bitter oder süß, zur traditionellen Ernährung. In der Türkei, einem der wichtigsten Anbaugebiete von Aprikosen, werden Aprikosenkerne als beliebte Knabberei verzehrt, meist zusammen mit den getrockneten Früchten in den Wintermonaten. Auch in anderen arabisch dominierten Gebieten gibt es den Anbau und die Ernte von Aprikosenmandeln.
Es gibt viele unterschiedliche Meinungen zu bitteren Aprikosenkernen, mal gelten sie als gesunde Knabberei, gar als alternatives Heilmittel, andere Quellen betonen ihren Amygdalin-Gehalt, eine Substanz, die bei der Verdauung giftige Blausäure abspalten kann. Sicherlich spielt auch hierbei, wie so oft, die Menge eine wichtige Rolle. Unzweifelhaft ist aber der feine Geschmack nach Bittermandel, der vielen Süßspeisen einen besonderen Geschmack verleiht und für Liebhaber des Bitteren besonders exquisit ist.

Ernte

Ab Juli reifen die Aprikosen. Nach der Ernte trocknen Aprikosen und herausgelöste Kerne getrennt. Die Kerne müssen trocknen, um Schimmelbefall zu verhüten. Nach mehrtägigem Trocknen, in der Türkei und den Ländern des Nahen Ostens geschieht dies, besonders im Bio Anbau an der Luft, werden die Kerne geknackt. Im Bio-Anbau werden die Mandeln meist handverlesen, maschinengereinigte Mandeln sind gewöhnlich von minderer Qualität und nicht frei von Schalenbruchstücken.
Bittere Aprikosenkerne in Bio Qualität sind in spezialisierten Geschäften und – einfacher – über das Internet zu beziehen.